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Phlox richtig schneiden, pflanzen und vermehren

Es kommt selten vor, dass sich ein botanischer Name im allgemeinen Sprachgebrauch stärker durchsetzt als seine deutsche Bezeichnung. Der Phlox beweist es zweifellos, denn Flammenblume ist weniger geläufig als der kurze prägnante Gattungsname Phlox. Es gibt 40 Arten an Flammenblumen, wovon eine Art in Sibirien und alle weiteren in Nordamerika verbreitet sind. Sie wachsen als Einjährige oder als mehrjährige Stauden, seltener strauchförmig. Zahlreiche Phlox-Arten sind hierzulande in Kultur. Steingärtner kennen die alpinen, polsterbildenden Sorten des Moos-Phloxes (Phlox subulata) oder des Polster-Phloxes (Phlox douglasii). Mit ihrem kompakten Wuchs bilden sie im Frühling dichte Blütenteppiche und überziehen Steingärten mit einem Farbenmeer.

Wenn man jedoch von Phlox spricht, wird in der Regel der bekannte Stauden-Phlox bzw. die Hohe oder Rispige Flammenblume (Phlox paniculata) gemeint. Sie gilt als Symbol des klassischen Bauern- und Staudengartens, die in sommerlichen Gärten unermüdlich und farbenfroh Beete, Rabatten und Staudenpflanzungen verziert. Die mehrjährige Staudenart bildet üppige Horste mit aufrechten Sprossen. An ihnen sitzen gegenständig eiförmige oder lanzettliche Blätter von grüner oder rötlich überlaufener Farbe. Die Blütezeit des Phloxes reicht vom Sommer bis teils in den Herbst hinein. An den Triebenden bilden sich Blütenstände, deren stieltellerartige Blüten duften und fantastische Färbungen ausweisen. Bis auf die Farbe Gelb deckt der Stauden-Phlox fast alle Farben ab. Interessant ist der Blütenduft, der je nach Sorte von süßem Veilchenaroma bis zum würzigen Kräuterduft variiert. Allen gemein ist die Eigenschaft, dass Sonne und Temperatur die Intensität des Duftes beeinflussen. Von Mittag bis abends verzücken die Aromen nicht ausschließlich menschliche Nasen, sondern locken flatternde Pollensammler scharenweise an. Der Blütenduft ist in der Gattung ungleich verteilt. Einige Arten duften intensiv, anderen fehlt der Blütenduft gänzlich.

Trotz ihrer übersichtlichen Artenzahl bietet die Gattung Phlox ein großes Spektrum. Theoretisch kann man mit den Stauden das gesamte Jahr vom Frühjahr bis in den Herbst durchblühen lassen. Mindestens seit dem 18. Jahrhundert gehören Phloxe zur hiesigen Gartenkultur. Anhand der Züchtungen ist zu erkennen, welchen hohen Stellenwert Flammenblumen unter Gärtnern genießen. Allein der Hohe Stauden-Phlox (Phlox paniculata) hat mehrere hundert verschiedene Sorten. Gartengrößen, wie Karl Foerster, ist die heutige Sortenvielfalt zu verdanken. Sie haben den Reiz der zauberhaften Stauden früh erkannt und die Pflanzen schnell und nachhaltig mit eigenen Züchtungen ins Herz geschlossen.

 

Inhaltsverzeichnis

 

Wie wird Phlox richtig gepflanzt?

Die Standorte sind nach den Ansprüchen der jeweiligen Arten zu wählen. Kompakte Polster-Phloxe (Phlox douglasii oder Phlox subulata) suchen sonnige Standorte mit durchlässigem Boden. Sie sind am besten im Steingarten aufgehoben. Platz sollte in ausreichendem Maße gegeben sein, denn sie wachsen zu dichten Teppichen heran. Diese flachwachsenden Flammenblumen eignen sich zudem für Mauerkronen oder Trogbepflanzungen, an deren Rändern sie überhängen können. Der Hohe Stauden-Phlox verträgt Sonne wie Halbschatten. Lichtmangel und zu starke Schattierungen lassen die Blühfreude der Stauden ermüden. In voller Sonne kommen die Blüten prächtig zur Geltung. Voraussetzung ist ein durchlässiger, fruchtbarer und gleichmäßig feuchter Boden. Trockenheit und Staunässe sind, wie bei den meisten Stauden, tabu. Bodenverbesserungen sind für Sandböden durch Humuszufuhr und für tonige Lehmböden durch Einarbeiten von sandigem Kies empfehlenswert.

Pflanzungen sind ganzjährig in frostfreien Zeiten möglich, denn die Stauden werden als getopfte Containerpflanzen angeboten. Nur einjährige Phloxarten (z.B. Phlox drummondii) pflanzt man im Frühjahr, denn nach seiner sommerlichen Blüte ist Schluss mit Flor und Vegetation. In Steingärten sind die Platzverhältnisse meist beschränkt. Polsterphloxe werden zu dritt in kleineren Tuffs gesetzt. Mehrere kleine Gruppen kommen optisch besser zur Geltung, wenn sie durch andere Steingartenpflanzen getrennt werden. Als Abstand rechnet man mit ca. 25 Zentimetern. Mehr Platz benötigen Hohe Stauden-Phloxe. Bei Wuchshöhen von bis zu 120 cm sollte ein Abstand von 40 bis 60 Zentimeter kalkuliert werden. Werden sie zu dicht gepflanzt, kommt es öfters zum gefürchteten Mehltaubefall.

Beim Kauf sollte ein genauer Blick auf die Pflanzengesundheit geworfen werden. Der Stauden-Phlox ist für allerlei Krankheiten und Schädlinge anfällig, die bereits mit dem Kauf in den Garten eingeschleppt werden. Beim Einpflanzen werden dichte Wurzelgeflechte aufgeschnitten und lange Triebe eingekürzt.

Wie wird Phlox gepflegt?

Der natürliche Lebensraum vom Stauden-Phlox sind flussnahe Gebiete mit feuchten Böden. Trockenheit sollte durch regelmäßiges Wässern entgegengewirkt werden. Beim Gießen wird darauf geachtet, dass nur die Bodenoberfläche eingeweicht und keineswegs das Laub benetzt wird. Man kann sich kaum vorstellen, wie schnell Mehltau einige Phlox-Sorten überzieht und ihren Auftritt im Garten verdirbt. Als günstig hat sich Mulch erwiesen, denn es verhindert die vorschnelle Bodenaustrocknung. Zudem unterdrückt die Auflage keimenden Wildwuchs, der die Luftzirkulation im Spross zusätzlich beeinträchtigen würde. An Nährstoffen sind Stauden-Phloxe nicht abgeneigt. Jedes Frühjahr erhalten sie einige Liter verrotteten Kompost pro Quadratmeter. Nährstoffe können weiterhin durch Hornspäne, Staudendünger oder Pflanzenjauchen gegeben werden. Jauchen dienen nicht ausschließlich der Düngung, sondern helfen der Stärkung. Ackerschachtelhalmbrühe ist ein probates Mittel, um Zellgewebe zu festigen und damit möglichen Mehltaubefall hinauszuzögern. Der Echte Mehltau zeigt sich durch seinen typischen weißen Pilzrasen und nachfolgenden Verkrüppelungen. Befallene Stauden-Phloxe werden nachhaltig geschädigt. Interessanterweise ist die Anfälligkeit sortenabhängig. Einige Sorten scheinen fast immun und andere werden jährlich von dem Pilz weiß überzogen. Vorbeugend ist eine Behandlung mit Netzschwefel anzuraten. Anzutreffen sind Schädlinge, wie Schaumzikaden oder Stängelnematoden. Schaumzikaden sitzen in spuckeartigen Tropfen und saugen an den Blättern. Gefürchtet sind die Stängelälchen. Kleine Fadenwürmer, auch Nematoden genannt, nisten sich in den Trieben ein und beeinträchtigen die Wasser- und Nährstoffversorgung des Sprosses. Es kommt zu Verdickungen an den Stängeln und Missbildungen an den Blättern. Eine Bekämpfung ist weitestgehend nur durch bodennahes Abschneiden und Entsorgen der Triebe möglich.

 

Wie wird der Phlox geschnitten?

Als Staude muss Stauden-Phlox nicht geschnitten werden, denn spätestens im Herbst zieht sich die Pflanze in den Wurzelstock zurück und stirbt oberirdisch ab. Statt Schneiden wird abgeblühter Flor ausgeputzt und die Triebe um ein Drittel eingekürzt. Eine anschließende und schwach dosierte Düngung kann zu einer zweiten Blüte im Herbst verhelfen.

 

Wie vermehrt man Phlox richtig?

Pflanzenverjüngung ist beim Stauden-Phlox aller 5 bis 10 Jahre ratsam. Hierzu werden die Pflanzen im Herbst ausgegraben, in kleinere Teilstücke zerlegt und an andere Stellen verpflanzt. Im Grund entspricht die Verjüngung der Pflanzenteilung als gängige Vermehrungsmethode. Eine weitere übliche Vervielfältigung ist die Bewurzelung von ausgereiften Kopfstecklingen von Frühjahr bis Frühsommer. 

 

Welche Verwendung hat Phlox?

Seit etwa 300 Jahren gehören Garten-Phloxe zur hiesigen Gartenkultur. Ihre Blühkraft und ihre vielseitige Verwendung machen sie zu unentbehrlichen Gartenschätzen. Kompakte und flachwachsende Polster-Phloxe werden hergenommen, um Steingärten zu bereichern, Bodendecken zu bilden oder Mauern zu begrünen. Als Randpflanzung oder Einfassung hängen sie in Trögen bereitwillig über. In Kiesgärten wachsen sie zu größeren Blütenteppichen heran. Schattenverträgliche Arten, z.B. der Wander-Phlox (Phlox stolonifera) sorgen im Halbschatten für Farbtupfer. Die größte Bedeutung hat der Hohe Stauden-Phlox, auch als Rispiger Phlox (Phlox paniculata) bekannt. Von dieser Art gibt es mehrere hundert Sorten, die sich in Wuchshöhe, Blütenfarbe, Duft und Laubfärbung unterscheiden. Sie sind Klassiker in Bauern- und Staudengärten, wirken im lichten Halbschatten, bringen Farbe in jede Blumenrabatte und eignen sich geschnitten als Schnittblume. Manchen Sorten geht ihre Schönheit durch Krankheits- und Schädlingsbefall verloren. Deshalb gewinnen zunehmen die Hybriden der Großblättrigen Flammenblume (Phlox amplifolia) an Bedeutung. Sie haben eine starke Ähnlichkeit zum Stauden-Phlox, werden jedoch nicht so häufig von Krankheiten und Schädlingen heimgesucht.

 

Ist Phlox giftig?

Phloxe sind nicht giftig, ganz im Gegenteil. Die wundervoll duftenden Blüten werden von kreativen Köchen als blumige Garnierung verwendet.

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