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Pfingstrosen richtig vermehren – 3 Schritte zum Erfolg

Seit Jahrhunderten schmücken die prächtigen Pfingstrosen Beete und Gärten. Die Blüten sind fulminant, häufig duftend, farben- wie formenreich. Pflanzenliebhaber schätzen sie als treue Begleiter, denn sie gedeihen viele Jahre, sogar Jahrzehnte am gleichen Standort. Fast alle Arten sind gut frosthart und entwickeln sich im Laufe der Jahre zu stattlichen Gartenstauden. Große Stauden-Pfingstrosen (Paeonia lactiflora Hybriden) können nach Jahren geteilt und vermehrt werden. Gleichzeitig verjüngt man alte Exemplare und verhilft ihnen dabei zu neuer Lebenskraft.

 

Inhaltsverzeichnis

  1. Wann ist der richtige Zeitpunkt, um Pfingstrosen zu vermehren?
    • Stauden-Pfingstrosen werden gewöhnlich im Herbst oder zeitigen Frühjahr geteilt. Baum-Pfingstrosen lassen sich durch Stecklinge im Frühsommer nachziehen.
  2. Wie werden Pfingstrosen richtig vermehrt?
    • Horstbildende Pfingstrosen werden durch Teilung und verholzende Baum-Pfingstrosen durch Stecklinge bzw. Pfropfen vermehrt.
  3. Was sollte bei der Pflege während der Vermehrung beachtet werden?
    • Bei der Teilung der Päonien ist darauf zu achten, dass der Wurzelbereich so wenig wie nur möglich verletzt wird.

 

Schritt 1: Den richtigen Zeitpunkt für die Vermehrung ermitteln

Der ideale Zeitpunkt zur Vermehrung von Pfingstrosen hängt von der jeweiligen Methode ab. Grundsätzlich lassen sich fast alle halb- und ungefüllten Staudenpfingstrosen durch Samen vermehren. Jedoch nur bei reinen Arten bleiben die Nachkommen der Mutterpflanze weitestgehend identisch. Bei Sorten und Hybriden kreuzen sich ganz gern und die Nachkommen sind nicht sortenrein. Abgesehen von Züchtungsvermehrung, werden Sorten fast ausschließlich durch Teilung vegetativ vermehrt.

Bei reinen Arten (z.B. Bauern-Päonie oder die Netzblatt-Pfingstrose) ist es sinnvoll, die Samen bei Reife im Spätsommer zu ernten. Man sät spätestens im Herbst und lässt die Samen im geschützten Kasten im Freien. Pfingstrosen gelten als Kaltkeimer und benötigen die Frosteinwirkung zum Keimen. Es braucht viel Geduld, mitunter bis zu drei Jahren, dass sich Sämlinge zeigen. In dieser langen Zeit darf das Aussaatgefäß nicht vorzeitig entsorgt oder die laufende Pflege eingestellt werden.

Verbreitet und unkompliziert ist das Teilen von Stauden-Pfingstrosen. Nahezu alle krautigen Arten und Sorten lassen sich auf diese Weise im zeitigen Frühjahr vor dem Austrieb oder im Herbst vermehren. Die Monate September und Oktober sind besonders geeignet. Zu dieser Zeit haben die Stauden-Pfingstrosen ihre vegetative Phase abgeschlossen und ziehen sich langsam zurück. Trotz scheinbarer Ruhephase, fassen die geteilten Pfingstrosen nach dem Einpflanzen noch Fuß und wachsen am neuen Standort an.

Verholzende Baum-Pfingstrosen entwickeln keinen typischen Horst, der sich teilen lässt. Sie werden durch Stecklinge im Frühsommer oder durch Pfropfen im Herbst vervielfältigt. Das Veredeln findet überwiegend im professionellen Bereich statt.

 

Schritt 2: Methoden zur Vermehrung von Pfingstrosen

Mit der langwierigen Aussaat beschäftigen sich zumeist nur die Liebhaber und Sammler von Pfingstrosen. Hausgärtner nutzen die Teilung zur Vermehrung von Pfingstrosen. Zunächst schneidet man die absterbenden bzw. brauen Sprosse bodennah zurück. Anschließend sticht man die Horste mit einem Spaten aus und teilt sie vorsichtig. Je nach Größe kann entweder ein Sägemesser oder der Spaten verwendet werden. Es ist darauf zu achten, dass so wenig wie nur möglich Knospen verletzt werden. Ebenso bleiben genügend Wurzeln an jedem Teilungsstück erhalten. Je nach Pflanzengröße werden die Pfingstrosen entweder halbiert oder geviertelt. Die geteilten Stauden setzt man an den gewünschten Standorten ein und gießt sie an.

Anders als die krautigen Stauden-Pfingstrosen, werden verholzende Baum-Pfingstrosen vermehrt. Bei ihnen erfolgt keinerlei jährlicher Austrieb aus den Wurzeln. Deshalb schneidet man im Frühsommer Stecklinge. Unter gestauter Luft werden die Triebspitzen an hellen, mäßig temperierten Standorten bewurzelt. Baum-Pfingstrosen zeigen sich anspruchsvoller bei der Vermehrung. Man muss von vornherein einkalkulieren, von Misserfolgen begleitet zu werden. Gewöhnlich schlagen nur einzelne Stecklinge Wurzeln.

 

Schritt 3: Standort & Pflege während der Vermehrung

Die weitere Pflege bei geteilten Pfingstrosen ist überschaubar. Man hält den Boden feucht und schützt die vermehrten Pflanzen vor dem Austrocken. Etwas aufwändiger ist die Bewurzelung von Stecklingen der Baum-Pfingstrosen. Sie werden bis zur Wurzelbildung an einem hellen Platz regelmäßig mit kalkfreiem Wasser besprüht. Erst mit der einsetzenden Bewurzelung beschränken sich die Arbeiten auf das Feuchthalten des Substrates.

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