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Orchideen richtig pflegen, umtopfen und schneiden

Wenn man das Besondere im Pflanzenreich sucht, stolpert man unweigerlich über Orchideen. Man kennt die exotischen Schönheiten von der Fensterbank, ordnet sie aber weniger dem Garten zu. Gartenorchideen sind in der Freilandkultur das i-Tüpfelchen und stellen oftmals das Objekt der Begierde für Gartenliebhaber dar.

Die Familie der Orchideen umfasst mehr als 25.000 Arten und gilt als eine der umfangreichsten Pflanzenfamilien. Orchideen sind nahezu auf der gesamten Welt verbreitet, überwiegend in den Tropen, aber auch in gemäßigten Zonen. Orchideen wachsen terrestrisch (im Boden), lithophytisch (auf Steinen) oder epiphytisch (auf Bäumen und Wurzeln) und machen sich Lebensbereiche in Nischen zu eigen. Heimischen Orchideen kann man in freier Natur in Mitteleuropa begegnen. Im Regelfall stehen diese Gebiete unter Schutz. Wer sich mit Orchideen beschäftigt, weiß, dass Arten- und Naturschutz ein unverzichtbares Begleitthema ist. Entnahmen aus der Natur sind verboten und stehen unter Strafe. Erdorchideen, wie Gartenorchideen auch genannt werden, sind in Wäldern, stickstoffarmen Feucht – und Trockengebieten anzutreffen.

Seit jeher begeistern sich die Menschen an den besonderen Pflanzen. In der Geschichte wurden ihnen mythologische oder religiöse Bezüge zuteil. Heute begeistern Gartenorchideen besonders die Pflanzensammler und Liebhaber. Die recht hohen Ansprüche sind ein Ansporn und eine Motivation für jeden Pflanzenenthusiasten, Freilandorchideen zu besitzen und im eigenen Garten gedeihen zu lassen.

Die meisten Erdorchideen wachsen terrestrisch im Boden, bilden Wurzeln oder knollenartige Speicherorgane. Bei den in Europa heimischen Arten, sind die Wurzeln meist oberhalb des Speicherorgans (z.B. Dactylorhiza oder Ophrys) angeordnet oder haften an einem länglichen Rhizom (z.B. Epipactis oder Cypripedium). Aus ihm treibt ein aufrechter sommergrüner Spross mit den für Orchideen symmetrischen Blüten.

Gartenorchideen sind anspruchsvolle Pflanzen, die einer besonderen Pflege zu unterziehen sind. Ohne einen idealen Standort, ist die Kultur von Freiland- bzw. Gartenorchideen kaum möglich oder zum Scheitern verurteilt. Die Orchideenkultur ist abhängig von der jeweiligen Gattung bzw. Art und ihrem natürlichen Standort. Die Kenntnis darüber entscheidet, ob man für die Erdorchideen im Garten einen idealen Standort zum Wohlfühlen nachbilden kann.

Allgemein gültige Kulturempfehlungen gibt es nicht, sondern vieles ist mit eigenem Probieren verbunden. Nahezu jeder Orchideenfachmann hat eigene Kulturstrategien, die sich selten in andere Gärten übertragen lassen.

Auch wenn die anspruchsvollen Gartenpflanzen einen grünen Daumen erfordern, muss man sich als Orchideenanfänger nicht entmutigen lassen. Auslese und Züchtung haben es möglich gemacht, dass manche Freilandorchideen als pflegeleichte Hybriden mittlerweile gartenwürdig geworden sind. Sie fühlen sich sogar mit gewöhnlichen Pflanzen in der Nachbarschaft recht wohl.

 

Inhaltsverzeichnis

 

Welche Orchideen-Arten gibt es?

Die Vielfalt an Gartenorchideen ist größer als sich auf den ersten Blick vermuten lässt. Viele Arten gibt es nicht im Handel, sondern werden nur unter Orchideenliebhabern getauscht.

  • Cypripedium – Frauenschuhorchideen
    Bekannte und beliebte Gartenorchideen, von den viele Arten sehr schwierig zu halten sind. Großblumige Hybriden gibt es mittlerweile für normale Böden und Gartenkultur.
  • Dactylorhiza – Knabenkraut
    Teilweise heimische Erdorchideen mit großen Blütenständen, zusammengesetzt aus vielen kleinen rosa, purpurner oder weißer Blüten mit auffälliger Musterung. Das Laub ist häufig gefleckt.
  • Epipactis – Stendelwurz, Sumpfwurz
    Gartenwürdige Orchidee ohne große Ansprüche mit kleineren, aber hübschen Blüten.
  • Bletilla – Japanorchidee
    Recht einfach zu kultivierende Erdorchideen aus Asien mit weißen oder purpurnen Blüten. Im Winter ist Schutz oder eine frostfreie Überwinterung empfehlenswert.
  • Pleione – Tibetorchidee
    Wundervolle großblumige Gartenorchidee, die epiphytisch wächst und an der Basis Pseudobulben (knollenartige Speicherorgane) bildet. Bis auf die Art Pleione limprichtii müssen Tibetorchideen frostfrei überwintert werden.

Pflanzensammlern sind noch weitere Orchideengattungen für das Freiland bekannt. Sie sind jedoch so selten, dass man sie live kaum zu Gesicht bekommt.

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Wie werden Orchideen richtig gepflanzt?

Für den optimalen Orchideenstandort gibt es keine allgemein gültige Empfehlung. Vielmehr ist der Standort vom Herkunftsgebiet der Erdorchidee abhängig. Grundsätzlich ist man gut beraten, einen hellen, aber nicht vollsonnigen Standort zu wählen. Idealerweise im Gehölzrand, in dem Streulicht die Baum- und Strauchkronen durchbricht. Der Boden muss frisch oder feucht sein, darf aber keinesfalls Staunässe zeigen. Abgesehen von Sumpforchideen ist ein guter Wasserabzug zwingend notwendig, um Pilzinfektionen zu vermeiden. Erfahrene Orchideengärtner verwenden Sphagnummoos oder Torf zur Bodenverbesserung. Vermeiden sollte man nährstoffreiche Humus- oder Kompostgaben. Viele Orchideen können mit einem hohen Nährstoff- und Salzgehalt im Boden nicht umgehen und verschwinden. Böden sollten möglichst nährstoffarm sein. Für viele Orchideen ist eine Begleitflora wichtig. Das können je nach Orchideenart kleinere Gräser, Farne, Zwerggehölze oder -stauden sein. Ausschlaggebend ist jedoch, dass Orchideen nicht bedrängt werden wollen. Optimale Nachbarn sind langsam wachsend und haben ähnliche Standortansprüche. Um den richtigen Standort für die Freilandorchideen zu finden, braucht es möglicherweise mehrere Versuche. Doch ein zu häufiges Umpflanzen schadet.

Orchideen werden im Frühjahr zur Zeit des Austriebs oder nach Absterben des Sprosses um- oder gepflanzt. Während der Wachstumszeit sind Störungen des Wurzelbereichs eher schädlich als nützlich.

 

Wie pflegt man Orchideen richtig?

Ist für die Gartenorchideen ein möglichst idealer Standort gefunden worden, hält sich ihre Pflege in Grenzen. Eine gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit durch Gießen steht bei den Gartenarbeiten an oberster Stelle. Sehr leichten Böden können im Frühjahr wasserspeichernde Materialien (z.B. Moos, Torf oder Seramis) eingearbeitet werden. Auf Düngungen sollte generell verzichtet werden, denn Gartenorchideen begnügen sich mit dem, was natürliche Zersetzungsprozesse freigeben. Stark wachsende Nachbarpflanzen hat man stets im Blick und verkleinert sie, wenn sie sich zu stark den Orchideen nähern.

Frostempfindliche Gartenorchideen sind im Winter zu schützen oder notfalls frostfrei zu überwintern. Einen guten Frostschutz bilden aufgeschüttete Kiefernnadeln, die mit einer Folie überzogen und windsicher befestigt wird. Zum späten Winter wird der Schutz möglichst früh entfernt. Bei Spätfrösten sollte ein Frostschutzvlies Erfrierungen am frühen Austrieb verhindern.

Eine falsche Standortwahl sorgt nicht nur für ein Unbehagen bei der Orchidee, sondern endet häufig mit einer Pilzinfektion. Eine Bekämpfung ist schwierig und gelingt nur selten. Der junge Austrieb kann im Frühjahr Schnecken zum Opfer fallen. Regelmäßige Kontrolle auf Fraßspuren ist anzuraten.

Schnittmaßnahmen an Gartenorchideen sind nicht notwendig, denn ihr krautiger Spross stirbt ohnehin im Herbst ab. Lediglich zur Überwinterung werden die abgestorbenen Pflanzenteile abgeschnitten und entfernt.

 

Wie werden Orchideen vermehrt?

Im Garten kann es bei der Kultur reiner Arten im Idealfall zur Selbstaussaat kommen. Auflaufende Sämlinge bleiben am Platz und werden nicht gestört. Das ist aber nicht die Regel. Orchideen auszusäen ist ein sehr aufwändiges Prozedere, das an Laborarbeiten erinnert.

Einfacher ist die Teilung größerer Horste im zeigen Frühjahr zum Austrieb. Die Pflanzen werden vorsichtig aus dem Boden gehoben. Sobald man die Erde vorsichtig abschüttelt, fallen bei vielen Freilandorchideen die Horste bereits auseinander. Faulige oder beschädigte Wurzeln sind mit einem sauberen scharfen Messer oder Schere zu entfernen. Ist eines oder mehrere Teilungsstücke für neue Standorte vorgesehen, wird etwas Boden vom alten Standort mitgenommen. Orchideen leben mit Pilzen in Gemeinschaft, die durch die Mitnahme von Erde an den neuen Standort übertragen werden. Nach dem Einpflanzen ist der Boden feucht zu halten. Die verpflanzten Orchideen lässt man danach in Ruhe, um sie an den neuen Standort zu gewöhnen.

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