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Elfenblume richtig pflegen, schneiden und pflanzen

Schönheiten des Schattens gibt es zuhauf. Doch Elfenblumen (Epimedium) stechen unter den Schattengewächsen hervor. Wie es ihr Name vermuten lässt, haben sie etwas Magisches bis Zauberhaftes an sich. Sie kriechen unter Büschen und Sträuchern entlang, veredeln mit ihrem Laub die Bodendecke und funkeln wie kleine Sterne zur Blütezeit im Frühjahr.

Elfenblumen sind allesamt Stauden, die der botanischen Gattung Epimedium und der Familie der Berberitzengewächse (Berberidaceae) angehören. Etwas über 60 verschiedene Arten sind vom Mittelmeergebiet bis ins fernöstliche Japan verbreitet. Man findet sie unter Sträuchern oder Gehölzformationen, teils auch an schattigen Felsstandorten. Als Stauden sind sie mehrjährig und bis auf Ausnahmen größtenteils bei uns frosthart. Sie bilden kriechende Rhizome. Aus ihnen erscheinen grundständige, oft zwei- bis dreizählige Blätter. Je nach Art sind die Stauden laubabwerfend, winter- oder immergrün. Die Blätter sind am Grund unregelmäßig herzförmig geformt und verjüngen sich zur Spitze hin. Der Blattrand ist oftmals stachelig besetzt. Elfenblumen gelten als Blattschmuckpflanzen. Das ledrige Blattwerk ist bei einigen Arten auffällig gefärbt oder fällt durch seine Beständigkeit auf. Im Frühjahr erscheinen lockere Blütentrauben mit vielen zweifarbigen Blüten. Leider ist ihr graziler Flor nur von kurzer Dauer.

Nichtsdestotrotz sind Elfenblumen in jedem Garten willkommen. Sie schmücken durch ihr markantes Laub halbschattige Bereiche. Unter Gehölzen bilden sie dichte Bodendecken und unterdrücken aufstrebenden Wildwuchs. Die Wuchsfreudigkeit unterscheidet sich zwischen den einzelnen Arten. In Schattenbeeten und Rabatten sind die Stauden gute Partner zwischen höheren Stauden. Durch ihre kompakte Wuchshöhe füllen sie zuverlässig Zwischenräume.

Elfenblumen imponieren nicht durch Blütendominanz. Sie gehören vielmehr zu den dezenten Beetbewohnern, die eine Pflanzung erst vollkommen machen und ihre dominierenden Partner hervorheben. Es schadet keineswegs, ihnen mehr Aufmerksamkeit und Plätzchen im Garten zu schenken. Ihre Dankbarkeit zeigen sie in jahrzehntelanger Treue.

 

Inhaltsverzeichnis

 

Wie wird die Elfenblume richtig gepflanzt?

Elfenblumen werden im Handel als Topfpflanzen für den Garten angeboten. Damit können sie von Frühjahr bis zum Frühherbst gesetzt werden. Optimal gelten Frühjahr und der Frühherbst, wenn die Temperaturen erträglich und der Boden durch vermehrte Niederschläge besser durchfeuchtet ist. Als Standort kommen helle oder halbschattige Lagen in Betracht. Einige Arten vertragen auch etwas mehr Sonne, jedoch sollte der Boden entsprechend feucht sein. Am besten sind sie zwischen Büschen und Laubsträuchern als Unterpflanzung aufgehoben. An diesen Stellen bilden sie über Jahre dichte und gleichermaßen attraktive Bodendecken. Ein frischer humoser Boden, ohne dabei zur Staunässe zu neigen, ist ideal. Sehr sandige Böden werden vor der Pflanzung mit Kompost und schwere Böden durch Tiefenlockerung und Einmischen eines sandigen Kompostgemisches verbessert. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, Herbstlaub auf der zu bepflanzenden Fläche anzusammeln. Durch die Zersetzung entstehen über den Winter viele Humusstoffe und der Boden darunter wird durch die Mikrofauna gelockert. Die verbliebenen Reste werden im Frühjahr einfach mit der Erde vermischt und eingegraben.

Bei der Pflanzung mehrerer Elfenblumen als Bodendecker rechnet man mit einem Abstand von 30 bis 40 cm. Lediglich kleinere Formen werden etwas dichter gesetzt. Sie werden so tief ins Pflanzloch gepflanzt, wie sie zuvor im Topf standen. Dichte Wurzelballen werden zuvor vorsichtig aufgedröselt. Den freihängenden Wurzeln erleichtert man es damit, besser und schneller mit dem Boden in Kontakt zu treten. Nach Abschluss der Pflanzarbeiten wird die Pflanzung angegossen. Laub- oder Rindenmulch zwischen den Pflanzen hält die Feuchtigkeit im Boden, schützt vor dem Verunkrauten und bringt zusätzlichen Humus an die Pflanzenwurzeln.

Elfenblumen sind hervorragende Begleitpflanzen für größere Stauden. Passende Partner können Funkien (Hosta), Knöterich (Persicaria), Pfingstrosen (Paeonia), aber auch Gartenfarne sein.

Wie wird die Elfenblume gepflegt?

Die Pflege von Elfenblumen ist einfacher als vermutet. Sobald sie sich an einem Standort etabliert haben, wachsen sie förmlich von allein. Regelmäßiges Wässern ist nur während längerer Trockenperioden notwendig. In Regionen mit Kahlfrösten sollte vor dem Winter der Boden gut durchfeuchtet werden. Andernfalls können immergrüne Elfenblumen austrocken, da sie unter Frosttrocknis leiden.

Im Großen und Ganzen sind Düngungen nicht notwendig. Falllaub des Überwuchses sorgen für einen natürlichen Humuseintrag und notwendige Nährstoffe. Einen zusätzlichen Wachstumsschub auf kargen Böden lässt sich durch das Verabreichen von Hornspänen erreichen.

Schnittmaßnahmen sind an Elfenblumen unüblich. Einzig das Ausknipsen von brauen oder abgestorbenen Pflanzenteilen im späten Winter verbessert das Erscheinungsbild. Krankheiten und Schädlinge müssen Elfenblumen nicht befürchten. Gelegentlich kann es zu Fraßschäden durch Dickmaulrüssler kommen. Dessen Bekämpfung ist durch das Ausbringen von Nützlingen, speziell Fadenwürmern (Nematoden), möglich.

Die Notwendigkeit eines Winterschutzes ist von der Lage und Region abhängig. Sind strenge Kahlfröste für die Gegend typisch, können immer- oder wintergrüne Elfenblumen austrocknen. Es lohnt, die Pflanzen locker mit Reisig oder Vlies abzudecken. Bei einzelnen Pflanzen reicht es aus, sie mit einem großen Tontopf zu überstülpen. Er bietet ausreichend Schutz vor austrocknenden Winden.

Eine Vermehrung ist durch die Teilung der Horste im Frühling nach der Blüte oder im Herbst möglich. Dabei werden größere Exemplare der Elfenblumen ausgegraben und geteilt. Grobe Wurzelverletzungen vermeidet man. Danach werden die Teilungsstücke an ihrem neuen Bestimmungsort eingesetzt.

 

Welche Verwendung hat die Elfenblume?

Elfenblumen sind vielseitig verwendbare Stauden. Sie sind wüchsige und dankbare Bodendecker unter Gehölzen über viele Jahre. Manche Arten zieren mit hübsch gemustertem Blattwerk und fast alle mit dekorativen Blütentrauben im Frühjahr. Im Herbst färben sich einzelne Elfenblumen ein und andere behalten auch im Winter ihr Grün. In Rabatten füllen sie gekonnt leere Zwischenräume aus. Als Begleitpflanze lassen sie sich ausgezeichnet um größere Staudennachbarn anordnen und heben sie optisch hervor. Kleinere Arten passen gut in schattige Steingärten. Und sogar in der Kräuterkunde kennt man die Großblumige Elfenblume (Epimedium grandiflorum) als Ziegenkraut und Heilpflanze. Überdosierungen münden in leichten Vergiftungserscheinungen.

 

Welche Arten der Elfenblume gibt es?

Zu den bewährten und gartenwürdigen Elfenblumen gehören folgende Arten, sowie ihre Kultivare:

  • Epimedium grandiflorum – Großblumige Art mit vielen Kultivaren
  • Epimedium perralderianum – Bildet dichte Bodendecken mit gelben Blüten und helleren Blattadern
  • Epimedium pinnatum ssp. colchicum – Großblumige, gelb blühende Elfenblumenart mit immergrünem Laub
  • Epimedium x rubrum – Rot blühende Naturhybride mit gutem Wuchs und hübscher Laubfärbung im Herbst
  • Epimedium x versicolor – Höhere Art mit einer Wuchshöhe bis 50 cm und hellgelben Blüten
  • Epimedium x youngianum – Zierliche Form mit ausgesprochen kompaktem Wuchs und weißen ('Niveum') oder hellrosa Blüten ('Roseum')
  • Epimedium x warleyense – Wuchskräftige Hybride mit höherem Wuchs und orangefarbenen Blüten
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