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Amaryllis richtig pflegen, überwintern und gießen

Die Amaryllis ist den meisten Blumenliebhabern ein Begriff. Die Knollen- und Zwiebelpflanze ist Sinnbild für Großblumigkeit und Schönheit. Nur wenigen ist bekannt, dass Amaryllis ein Sammelbegriff ist. Sowohl die Belladonna-Lilie, als auch die die verwandten Rittersterne (botanisch Hippeastrum) werden langläufig als Amaryllis bezeichnet. Bis in das 20. Jahrhundert gehörten sie einer gemeinsamen botanischen Gattung an, wurden dann aber aufgeteilt.

Heute zählt die Gattung Amaryllis nur eine einzige botanische Art: Amaryllis belladonna. Die Pflanze ist als Belladonna-Lilie oder Echte Amaryllis bekannt. Beliebt ist die herbstblühende Knollenpflanze aus den südwestlichen Kap-Regionen Afrikas wegen ihrer großen duftenden Blüten. Zahlreiche Züchtungen haben Sorten hervorgebracht, die von weiß bis ins intensive Rot reichen.

Häufiger verbreitet sind die Rittersterne (Hippeastrum). Die Zwiebelpflanzen werden im Volksmund ebenfalls als Amaryllis bezeichnet, da sie eine große Ähnlichkeit besitzen und vergleichbare Ansprüche stellen. Die ca. 80 Arten sind in Südamerika beheimatet. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist, dass Rittersterne einen hohlen Stiel (Blütenstandschaft) bilden. Von ihnen gibt es viele pflegeleichte Hybriden mit großen Trichterblüten in Dolden in wundervollen Ausfärbungen, die einfarbig, streifig oder gesprenkelt gemustert sein können. Markant ist die Größe der Blüten, die mit 20cm Handtellergroß ausfallen können. Als Winterblüher reicht die Blütezeit der Rittersterne von Oktober bis in den April.

Sowohl die Belladonna-Lilie als auch die Rittersterne werden in unseren Breiten als Kübelpflanze, häufig auch als Zimmerpflanze gehalten. Sie blühen im Herbst bzw. Winter und entwickeln nach der Blüte ihr Blattwerk. Zum Sommer wechseln die Pflanzen in ihre Ruhephase und werfen ihr Laub ab, um einige Monate später wieder zu neuem Leben zu erwachen.

Amaryllis enthalten verschiedene Alkaloide und rufen beim Verzehr Vergiftungen hervor. Daher sollte unnötiger Pflanzenkontakt vermieden werden.

 

Inhaltsverzeichnis

 

Wie wird Amaryllis eingepflanzt?

Sowohl die Belladonna-Lilie als auch die Rittersterne sind in unseren Breiten nicht ausreichend frosthart. Sie werden daher im Kübel oder Topf gehalten. Wenn man Amaryllis als Knolle bzw. Zwiebel erwirbt bzw. geschenkt bekommt, werden die Wurzelorgane so tief eingesetzt, dass sie direkt oder knapp unter der Erdoberfläche sitzen. Die Triebspitze der Amaryllis kann leicht aus dem Boden herausschauen oder sollte nur minimal mit Erde bedeckt werden. Eingepflanzt werden die Knollen bzw. Zwiebeln noch in ihrer Ruhephase im Spätsommer oder frühen Herbst. Gleiches gilt für das Umpflanzen der Amaryllis. Nach einiger Zeit ist die Erde ausgelaugt und sollte regelmäßig ausgetauscht werden. Für Rittersterne empfiehlt sich das Umpflanzen alle drei bis fünf Jahre. Hierzu wartet man die Ruhephase ab, wenn die Blätter abgeworfen werden bzw. nutzt den Herbst vor dem Austrieb. Dann befindet sich die Pflanze in der Sommerruhe und kann bedenkenlos umgetopft werden. Alte Wurzelreste oder faulige Stellen am Wurzelorgan sind im Zuge der Umpflanzarbeiten zu entfernen. Totes Pflanzengewebe kann Pilzsporen enthalten und zu einem Krankheitsbefall führen.

Eingetopfte Amaryllis können auch während ihrer Wachstumsphase in ein größeres Gefäß umgepflanzt werden. Es ist wichtig darauf zu achten, dass sie nur so tief wie im alten Gefäß eingepflanzt wird. Grüne Pflanzenteile dürfen keinesfalls unter die Erde. Erst in der Ruhephase kann die Knolle oder Zwiebel etwas tiefer eingesetzt werden.

Wie wird Amaryllis richtig gepflegt?

Als Standort während der Blütezeit bietet sich ein sehr heller bis vollsonniger Platz an, beispielsweise auf der Fensterbank oder im Wintergarten. Sonnenlicht fördert die Blütenbildung der Amaryllis-Pflanzen. Nach der Blüte erscheinen die Blätter. Mit dem Verblühen wird der Blütenstandschaft wird am Grund abgeschnitten.

Mit zunehmendem Sonnenstand kann gegen Ende des Winters die Frühlingssonne sehr aggressiv werden. Das führt häufig zu Verbrennungen an den dunkelgrünen riemenförmigen Blättern. Stellt man Blattaufhellungen oder braunes Gewebe daran fest, werden die Pflanzen an einen hellen Ort abseits der vollen Sonne aufgestellt. Zu dunkel sollte es jedoch nicht sein, damit die Blätter noch ausreichend Energie für die spätere Ruhezeit tanken können.

Als Substrat eignet sich eine gut durchlässige Topf- und Kübelpflanzenerde, die mäßig gedüngt sein sollte. Mit Düngungen wird bis zur Blüte gewartet. Wenn sich die ersten Blüten öffnen, wird der Amaryllis alle zwei Wochen ein chloridfreier Volldünger verabreicht. Hierzu empfiehlt sich ein Spezialdünger für Blumenzwiebelpflanzen. Die Nährstoffgaben werden im Frühling mit dem Verblühen der letzten Blüten eingestellt. Einige Zeit später geht die Amaryllis in ihre Sommerruhe und benötigt daher keine Nährstoffe mehr.

Unter der gestauten Luft auf der Fensterbank oder im Wintergarten können Schädlinge, beispielsweise die Große Narzissenfliege oder Zwiebelschalenmilben auftreten. Vorbeugend sollte häufiger gelüftet werden und bei einem Befall ein Pflanzenschutzmittel aus dem Fachhandel besorgt werden. Empfindlich reagieren Amaryllis auf Pilzkrankheiten. Sie können durch übermäßiges Wässern oder durch ausgelaugte Erde entstehen. Werden die Pflanzen etwas trockener gehalten, sind das Risiko eines Pilzbefalls.

 

Wie gießt man Amaryllis richtig?

Wie bei fast allen Knollen- und Zwiebelpflanzen benötigen Amaryllis eine hohe Durchlässigkeit im Boden. Zu viel Nässe führt zu Fäulnis und die Verbreitung von Pilzkrankheiten. Eine Überversorgung, insbesondere während der Ruhephase senkt die Blühfreudigkeit.

Die Pflanzen werden bis zum Erscheinen des Austriebs nur sehr sparsam gewässert. Sobald die Hauptwachstumsphase erreicht ist, wird regelmäßig ohne zu Überwässern gegossen. Die Erde sollte immer gleichmäßig feucht, jedoch nicht nass sein. Nach der Blütezeit wird das Gießen wieder reduziert. Sobald der Spross abstirbt und die Sommerruhe beginnt, werden die Knollen und Zwiebeln der Amaryllis trocken gehalten. Der Verwendung von wassersammelnden Untersetzern ist abzuraten. Sie sind ein häufiger Grund von Wurzelschäden.

 

Wie wird Amaryllis überwintert und übersommert?

Die Amaryllisgewächse haben ihre Heimat auf der Südhalbkugel im südlichen Afrika bzw. Südamerika. Im Gegensatz zu heimischen Knollen- und Zwiebelgewächsen ist ihre Wachstumsphase in den Wintermonaten, was sie zu beliebten Winterblühern macht. Die geringe oder nicht vorhandene Frosthärte macht die Kultur im Topf oder Kübel erforderlich. Während der winterlichen Wachstumsphase werden die Pflanzen im Wintergarten oder der Fensterbank gehalten. Sobald kein Frost mehr droht und die Temperaturen deutlich im Plusbereich liegen, können die Pflanzen ins Freie geräumt werden. Spätestens mit dem Sommer ziehen die Pflanzen ein und werfen die Blätter ab. Die Ruhezeit befindet sich im Sommer, sodass man gelegentlich vom Übersommern spricht. In dieser Zeit wollen Amaryllis trocken stehen und die Wurzeln nicht gestört werden. Ratsam ist die Sommerruhe an einem regengeschützten Ort, z.B. der Garage oder einem Schuppen. Im Herbst werden die Pflanzen reingeholt und behutsam gewässert.

 

Wie schneidet man Amaryllis?

Die Amaryllis ist bei uns eine beliebte Zimmerpflanze, deren Blüten durchaus auch als Schnittblume verwendet werden können. In der Vase halten geschnittene Amaryllisblüten mehrere Tage und sind ein imposanter Blickfang. Als Pflanze wartet man mit dem Schneiden bis die Blüte vollständig verwelkt ist. Dann wird der Blütenstandschaft am Grund abgeschnitten. Abgestorbene Pflanzenteile, meist zu Beginn der Ruhezeit, werden mit einer Schere über dem Boden abgeschnitten und entfernt.

 

Wie wird Amaryllis vermehrt?

Die Vermehrung durch Samen ist bei Amaryllis grundsätzlich möglich, jedoch nicht üblich. Einfacher und praxistauglicher ist das Vermehren durch Ableger bzw. Kindel im Herbst vor dem Austrieb. Im Zuge der Umpflanzarbeiten werden kleinere Knollen und Zwiebeln abgenommen und einzeln in Töpfe gepflanzt.

 

Amaryllis FAQ

Wo wächst Amaryllis?

Die frostempfindlichen Amaryllis werden hierzulande als Topf- und Zimmerpflanzen gehalten. Sie gedeihen auf dem hellen Fensterbrett oder dem Wintergarten.

Wie lange blüht Amaryllis?

Die Blütezeit erstreckt sich über die Wintermonate, teilweise sogar von Oktober bis in den April. Die Blühzeit hängt vom jeweiligen Standort, insbesondere Temperatur, Bodenfeuchtigkeit und Sonneneinstrahlung ab.

Wann blüht Amaryllis?

Amaryllis sind klassische Winterblüher und beliebte Zimmerpflanzen, die dank ihrer großen Blüten vom späten Herbst bis zum Frühlingsbeginn zu einem Blickfang und einer Freude für Blumenliebhaber werden.

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