Zurück

Tulpen und Narzissen richtig pflegen, schneiden und pflanzen

Wie werden Tulpen richtig gepflanzt?

Die meisten Tulpen bewohnen sommertrockene Gegenden wärmerer Regionen. Umso naheliegender ist ihr Wunsch nach sonnigen Plätzen und gut drainiertem Boden. Ein sonniger Platz reizt die Zwiebelpflanzen zu einer prachtvollen Blüte an. Etwas Windschutz sollte der Platz hergeben, ansonsten biegen sich die schönen Blütenschäfte um und die Pflanzen verlieren ihre Anmutung. Ebenso notwendig ist ein durchlässiger Boden. Nasse Füße bekommt der Tulpe überhaupt nicht, insbesondere während der Ruhephase. Fäulnis ist ein häufiges Problem, wodurch Tulpen mit der Zeit verschwinden. Leicht sandige Böden sind für Tulpen überaus gut geeignet. Mit einer Portion fruchtbarem Kompost sogar nahe am Optimum. Eine Kultur in lehmigen Böden ist ebenso möglich, jedoch muss der Boden mit Sand bzw. Kies durchmischt werden. Zusätzlich empfiehlt sich eine Kiesschicht am Grund des Pflanzloches aufzutragen. Mit ihr sollte das Pflanzloch mindestens doppelt so tief sein, wie die Höhe der Zwiebel. Mit einer Pflanztiefe von 10 bis 15 cm macht man nicht viel falsch. Bei höheren Tulpen kann das Pflanzloch auch dreimal so tief sein, um ihr mehr Stabilität und Standfestigkeit zu geben.

Die Pflanzzeit für Tulpen ist der Herbst. Bis Ende November werden die Zwiebeln gesteckt. Tulpen haben den Ruf als Wühlmausfutter zu gelten bzw. werden häufig von den Schädlingen heimgesucht. Daher empfiehlt es sich, die Zwiebeln mit einem Blumenzwiebel- oder Drahtkorb als Wühlmausschutz einzupflanzen.

Beliebt sind Frühlingstöpfe mit Tulpen. Sie werden ebenso im Herbst gepflanzt. Als Substrat wird nährstoffarme und durchlässige Erde verwendet. Man kann entweder handelsübliche Pflanzerde mit Sand mischen oder man verwendet Kräutererde. Sie ist meist nährstoffärmer und durchlässiger als gewöhnliche Pflanzerde. Die Zwiebeln werden im Abstand von 5 bis 10 cm gesteckt und ca. 10 cm mit Erde bedeckt. Die fertigen Töpfe werden an einem kühlen dunklen Ort gestellt. Dort verbleiben sie solange, bis sich die ersten Blätter zeigen. Anschließend erhalten sie einen hellen kühlen Platz um die 10° Celsius. Wenn die Blätter eine Länge von 10 cm erreicht haben, können sie bei maximal 18° C zur Blüte angetrieben werden.

 

Wie werden Tulpen gepflegt?

Tulpen wird nachgesagt, dass sie langlebiger sind, wenn sie nach dem Abwelken ausgegraben und trocken an einem kühlen Ort gelagert werden. Diese Behandlung nennt man „Übersommern“, das Pendant zum Überwintern. Die Lagerung erfolgt in Holzkisten, gefüllt mit Sand oder trockenem Humus. Bevor die ausgegrabenen Tulpen eingeschlagen werden, hängt man sie sortenweise gebündelt zum Trocknen auf. Danach wird das alte Laub abgeschnitten und die Zwiebeln in den Sand oder Humus eingeschlagen. Während der Ruhephase möchten sie keine Feuchtigkeit erhalten, denn Zwiebelfäule ist ein großes Problem. Diese Pilzerkrankung macht den Zwiebeln im Garten zu schaffen, wenn sie zwischen anderen Pflanzen stehen und permanent mitgegossen werden. Um ihnen im Freiland wenigstens etwas Schutz vor Übernässung zu geben, kann ein großer Blumenkübel über die ruhenden Tulpen gestellt werden. im Herbst werden übersommerte Tulpenzwiebeln wieder in den Garten oder Topf ausgepflanzt.

 

Wie schneidet man Tulpen richtig?

Geschnitten werden Tulpen spätestens beim Abblühen. Man verhindert die Bildung von Samen und gleichzeitig behält die Tulpe mehr Reservestoffe zugunsten des Zwiebelwachstums. Das Laub kann erst mit dem vollständigen Abwelken zurückgeschnitten werden. Am besten wird dieser Rückschnitt mit dem Herausnehmen und Übersommern verbunden.

 

Wie düngt man Tulpen richtig?

Grundsätzlich sind keine besonderen Düngemaßnahmen notwendig. Zu viele Nährstoffe machen die Pflanze träge und blühschwach. Etwas Kompost reicht für gewöhnlich aus. Soll dennoch das Zwiebelwachstum angekurbelt werden, kann eine leichte Gabe eines Spezialdüngers für Zwiebelblumen verabreicht werden. Das geschieht, wenn sich das Blatt vollständig ausgebildet hat.

Bei der Vermehrung kommt für Wildtulpen entweder die langwierige Samenvermehrung oder das Vereinzeln von Tochterzwiebeln in Betracht. Die Samen werden im Herbst ausgesät und im kalten Kasten oder Gewächshaus aufgestellt. Bis zur Blühreife vergehen jedoch 4 bis 7 Jahre. Üblicher ist das Abnehmen und Vereinzeln von Tochterzwiebeln, umgangssprachlich auch Kindel genannt. Nach dem Abwelken werden die Tulpen ausgegraben, die kleinen Tochterzwiebeln abgenommen und separiert. Die Vermehrung durch Kindel betrifft alle Tulpen-Hybriden.

Das größte Problem bei der Tulpenkultur lauert im Untergrund. Wühlmäuse betrachten Tulpen, ähnlich den Krokussen, als Leibgericht. Schutz bieten ausschließlich engmaschige Drahtkörbe oder Tontöpfe mit guter Drainierung. Schnecken hinterlassen mitunter auch hässliche Fraßschäden, insofern die Tulpen das einzig schmackhafte in der Nähe sind. Zwiebelfäule entpuppt sich als Problem, das vorrangig auf feuchten oder nassen Böden auftritt. Blattläuse können Viren der Rembrandt-Tulpen auf andere Tulpen übertragen.

 

Was sollte man machen, wenn Tulpen die Köpfe hängen lassen?

Tulpen sind beliebte Schnittblumen, im Frühjahr unverzichtbar. Dabei fällt auf, dass die schönen Blütenköpfe teilweise über den Vasenrand bis zum Boden hängen. Obwohl sie im Wasser stehen, erleiden sie Wassermangel. Um sie wieder auferstehen zu lassen, werden die Blütenstiele an ihrem Ende schräg angeschnitten. Dieser kleine Eingriff öffnet die Wasserbahnen und das das Wasser gelangt wieder in die Blütenköpfe.

 

Welche Verwendung haben Tulpen?

Die sonnenliebenden Tulpen sind wundervolle Frühlingsboten für bunte Blumenbeete, Steppen- und Kiesgärten, aber auch für Topfbepflanzungen auf Balkon und Terrasse. Je nach Gruppe liegt ihre Blütezeit von März bis Mai. Das Farbspektrum ist fast komplementär mit Ausnahme von blau. Botanische bzw. kleinwüchsige Wildtulpen eignen sich für Alpinum und Steingärten. Sie sind längerlebiger als die meisten Kultursorten der Tulpen.  

Unverzichtbar sind Tulpen als haltbare Schnittblumen. Im kommerziellen Gartenbau zählen sie zu den wichtigsten Schnittblumen und werden millionenfach herangezogen. Es verwundert nicht, denn in Farben- und Formenvielfalt lassen Tulpenblüten kaum Wünsche offen.

Alle Pflanzenteile der Tulpen sind giftig. Beim Verzehr größerer Mengen können ernsthafte Vergiftungserscheinungen auftreten. Ein längerer Hautkontakt, beispielsweise während der Zwiebelvermehrung, kann zur „Tulpenzwiebel-Dermatitis“ führen, die sich durch Jucken, Rötung und Schwellungen bemerkbar macht. 

Wie werden Narzissen richtig gepflanzt?

Narzissen pflanzt man im Herbst bis zum Frost, bevorzugt im September. Frühes Setzen hat den Vorteil, dass die Pflanzen einwurzeln können, den Winter und strenge Fröste besser überstehen. Als Standort kommt ein sonniger oder halbschattiger Platz in Frage. Gepflanzt wird in einen wasserdurchlässigen und mäßig fruchtbaren Boden. Als Pflanztiefe ist es ratsam, die Zwiebeln eineinhalbfach so tief einzusetzen, wie die Zwiebel hoch ist. Man geht dabei von einer Tiefe von etwa 10 bis 15 cm aus. Kleinere Zwiebeln, beispielsweise von botanischen Arten, werden weniger tief eingepflanzt. Bei der Pflanzung mehrerer Zwiebeln wird ein Abstand von 12 bis 15 cm berücksichtigt. Bei schweren Böden oder Topfsubstraten kann am Grund des Pflanzloches eine 1 bis 2 cm starke Drainageschicht aus Sand oder Kies eingefüllt werden. Sie sorgt für einen besseren Wasserabzug und verhindert Fäulnisschäden bei starker Feuchtigkeit. 

 

Wie werden Narzissen gepflegt?

Gewöhnliche Gartennarzissen sind pflegeleicht und weitestgehend anspruchslos. Während der Vegetationszeit sollte der Boden nicht austrocknen. Während der Ruhephase ist hingegen Trockenheit kein Problem, bei einigen Narzissenarten sogar gewünscht. Nach der Blüte werden verwelkte Blütenschäfte herausgeschnitten. Sie zerren nur unnötig und kosten die Pflanze Kraft. Das Laub bleibt stehen bis es abwelkt. Mit dem Mähen von Wiesen oder Rasen, in denen Narzissen wachsen, lässt man bis zum Einziehen stehen. Zu frühes Mähen setzt der Zwiebel zu.

Nachlassende Blühfreudigkeit zeigt sich mit zunehmendem Alter. Ein stickstoffarmer Kalidünger zur Vegetationszeit im Frühjahr wirkt dem entgegen. Zusätzlich fördert das Abnehmen und Vereinzeln der Tochterzwiebeln nach dem Einziehen die Blühleistung. Damit ist gleichzeitig die bewährte Vermehrung für Narzissen benannt. Eine Aussaat ist nur bei botanischen Wildarten möglich und sinnvoll. Bei der Aussaat ist Geduld gefragt, denn bis zur ersten Blüte können sieben Jahre vergehen.

Einen Winterschutz benötigen Narzissen nicht. Bis auf einzelne Ausnahmen sind fast alle Sorten in unseren Breiten ausreichend frosthart. Lediglich ungünstige Witterungsverhältnisse können Schäden verursachen. Milde Winter und strenge nachfolgende Spätfröste schädigen austreibende Narzissenzwiebeln derart, dass sie dauerhaft verschwinden.

Pflanzenschäden werden hauptsächlich von Schädlingen verursacht, allem voran der Narzissenfliege. Sie legt ihre Eier auf den Pflanzen ab. Die entstehenden Larven dringen in die Zwiebeln ein, hinterlassen starke Fraßschäden, der Fäulnis folgt. Mittels einer Warmwasserbehandlung kann eine Bekämpfung nach der Ernte versucht werden. Weitere Schädlinge, beispielsweise Wühlmäuse, sind nicht zu befürchten. Sie verzichten auf die giftigen Zwiebeln. Zu nasse oder ungünstige Standorte führen zu einer Zwiebelfäule, hervorgerufen durch Fusarium. Befallene Zwiebeln sind zu entfernen und gesunde an einen geeigneteren Standort umzupflanzen.

 

Welche Verwendung haben Narzissen?

Narzissen gehören durch ihre attraktiven und markanten Blüten zu den unverzichtbaren Frühlingsblühern. Botanische Wildarten findet man fast ausschließlich in der Natur oder in Gärten von Pflanzensammlern. Populärer sind die unzähligen Kultursorten, die es heute in zig-tausenden Formen gibt, in verschiedenen Klassen unterschieden werden und im Frühling blühen. Narzissen sind wundervolle Topfpflanzen für die Frühjahrsbepflanzung auf Balkon und Terrasse. Passende Nachbarn sind Ranunkeln, Tausenschön, Traubenhyazinthen oder Primeln. Nach dem Abwelken des Grüns können die Topfpflanzen ins Beet, den Gehölzrand oder in die Wiese zum Verwildern ausgepflanzt werden. Langstielige Blüten lassen sich hervorragend schneiden und als Schnittblume zur Vasenfüllung verwenden.

 

Sind Narzissen giftig?

Beim Schneiden ist Obacht geboten, denn der Pflanzensaft ist giftig und kann Hautreizungen hervorrufen und bestehende Allergien verschlimmern. Bei geschnittenen Narzissenblüten wird das Blumenwasser ebenfalls giftig. Der Verzehr von Pflanzenteilen, insbesondere den Zwiebeln, führt zu Vergiftungserscheinungen, Erbrechen, Würgen und Herzrhythmusstörungen.

nach oben