Schnittlauch richtig pflegen, schneiden und vermehren

Ein Fehlen von Schnittlauch (Allium schoenoprasum) in leckerer Hausmannskost und im Kräutergarten ist für jeden Küchenmeister kaum vorstellbar. Schnittlauch zählt ähnlich wie Petersilie zur Grundausstattung und damit zu den wichtigsten Küchenkräutern. Schnittlauch gehört in die große Gattung des Lauchs (Allium). Direkte Verwandtschaft besteht zum Knoblauch (Allium sativum), Schnittknoblauch (Allium tuberosum), Bärlauch (Allium ursinum), Poree (Allium ampeloprasum var. porrum) und zu den unzähligen Arten, die als Blumen- und Zierlauch bekannt sind. Schnittlauch ist auf der gesamten Nordhalbkugel verbreitet. Das Zwiebelgewächs ist auch in Deutschland heimisch und wächst wild in Flußniederungen oder auf Feuchtwiesen.

Als ausdauernde Zwiebelpflanze bildet Schnittlauch kurze Rhizome, die sich im Laufe der Zeit zu stattlichen Horsten entwickeln. Aus ihnen wachsen aufrecht drehrunde hohle Blätter. Sie erreichen eine Länge zwischen 30 und 40 cm. Ihrem intensiven Aroma verdankt Schnittlauch seinen Stellenwert im Kräuter- und Küchengarten. Ab dem Frühsommer bilden sich dichte kugelförmige Dolden mit bis zu 30 blass- oder purpurvioletten Einzelblüten. In Blüte erreicht Schnittlauch an optimalen Standorten eine Wuchshöhe von einem halben Meter. Seine Blüten sind gleichermaßen dekorativ wie auch insektenfreundlich. Bienen, Hummeln und Schmetterlinge werden wie ein Magnet angezogen und suchen in den Blütendolden nach Nektar.

Schnittlauch wird in Gärten oft zu Unrecht auf seinen Nutzwert reduziert. Einerseits wächst die Pflanze meist problemlos und ist andererseits zierend für Blumenbeete und Einfassungen. In Klostergärten wurde Schnittlauch jeher als Beeteinfassung verwendet. Leider trifft man das aromatische Kraut mit dem binsenartigen Charakter viel zu selten in Ziergärten an. In Kräutergärten ist Schnittlauch nicht wegzudenken. Seine Blätter können jederzeit geerntet werden und die Blüten stellen als essbare Garnierung ein echten Hingucker auf dem Salatteller dar.

 

Inhaltsverzeichnis

 

Wie wird Schnittlauch richtig gepflanzt?

Sonne und Halbschatten sind Schnittlauch genehm. In Sonnenlagen wächst die Pflanze kompakter, blüht reicher und das Aroma ist intensiver. Jedoch setzt ein vollsonniger Standort eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit voraus. Ist der Boden von Trockenheit geprägt, wird das Laub fest und holzig. Für den Küchengebrauch sind diese Blätter und Blüten kaum noch zu gebrauchen. Jeder normale bis kräftige Gartenboden eignet sich für die Schnittlauchkultur. Er sollte frisch bis mäßig feucht, nährstoff- und humusreich sein. Ein leichter Kalkgehalt wird vom Schnittlauch gut angenommen. Sehr leichte Böden reichert man ausgiebig mit Kompost an, um die Wasser- und Nährstoffspeicherfähigkeit des Bodens zu verbessern. Da sich diese organischen Bestandteile über das Jahr zersetzen, werden Sandböden jährlich mit Kompostgaben bedacht.

Als Dauerkultur steht Schnittlauch über viele Jahre am gleichen Platz und bedarf keiner regelmäßigen Verpflanzung. Im Nutzgarten lässt sich das Kraut geschickt in Gemüsebeete einbinden. Das Aroma vertreibt in Mischkultur verschiedene Schaderreger (z.B. Möhrenfliege) und senkt das Risiko von Grauschimmel an Erdbeeren oder Echtem Mehltau an Gurken. Weniger verträglich soll Schnittlauch in Nachbarschaft zu Kohlgewächsen sein. Pflanzt man Schnittlauch auf Schnittlauch, treten Erscheinungen von Bodenmüdigkeit auf. Deshalb sind wechselnde Anbauflächen ratsam.

Jungpflanzen lassen sich mit Geduld durch Samen anziehen. Die Keimung erfolgt langsam und zögerlich. Mindestens 5°C muss die Bodentemperatur betragen, damit Sämlinge zu keimen beginnen. Eine Direktsaat ins Beet setzt unkrautfreie Erde voraus und im Freiland kaum vorzufinden. Praxisüblicher ist die Aussaat in Vermehrungsgefäßen unter Glas. Die Samen werden gleichmäßig in Schalen oder Töpfen ausgesät. Ab einer Temperatur von 16°C setzt die Keimung ein, insofern das Vermehrungssubstrat gleichmäßig feucht gehalten wird. Sobald sich die Sämlinge zu stabilen Jungpflanzen entwickelt haben, wird die Saatschale ins Freie gebracht. Ein Vogelschutznetz schützt die jungen Pflanzen vor übermütigen Amseln, die das frische Grün aus der Erde zupfen. Sobald Jungpflanzen abgehärtet sind und einen guten Eindruck machen, werden sie entweder büschelig in Töpfe gepflanzt oder direkt ins Beet gesetzt.

Gekaufte Schnittlauchtöpfe werden wie gewöhnliche Kräuter eingepflanzt. Zuvor kann man sie getrost ernten und bis auf wenige Zentimeter über dem Boden abschneiden. Ein neuer Austrieb lässt nicht lange auf sich warten. Ausgetrocknete Ballen saugen sich vor der Pflanzung im Wasserbad voll.

Auf dem Balkon kann Schnittlauch in Kästen gepflanzt werden. Um seinen Feuchtigkeitsbedarf gerecht zu werden, wird Schnittlauch nur mit den Kräutern kombiniert, die ähnlich viel Wasser fordern. Petersilie, Löffelkraut, Kresse oder Minze können gute Partner sein. Weniger optimal sind Thymian, Bohnenkraut, Rosmarin, Lavendel, Oregano oder Salbei. Diese Kräuter wünschen Durchlässigkeit und trocknere Erde.

Wie wird Schnittlauch gepflegt?

Schnittlauch wächst unter normalen Gartenbedingungen fast von allein. An Feuchtigkeit darf es ihm nicht fehlen, besonders in sommerlichen Hitzeperioden. Vernachlässigt man die Wasserversorgung werden die Blätter strohig und ungenießbar. Positiv wirken sich Düngegaben mit Kompost oder Hornspänen im Frühling aus. Die Nährstoffe kommen leider nicht nur dem Kraut zugute, sondern fördern gleichfalls den benachbarten Wildwuchs. Regelmäßiges Entfernen von Unkräutern verhindert, dass sich bei der Ernte keine Fremdkräuter einschmuggeln.

Die Vermehrung von Schnittlauch kann entweder durch Samen oder einfacher durch Teilung der Horste stattfinden. Ausgereifte Samen werden im Herbst abgenommen und bis zum Frühjahr kühl und trocken gelagert. Oftmals ist die Teilung ergiebiger. Nach dem Einziehen werden die Horste im Herbst, alternativ im zeitigen Frühjahr ausgegraben. Wenn möglich, bricht man sie mit den Händen in mehrere Teilstücke auseinander. An den kurzen Rhizomen sollten die Wurzeln erhalten bleiben. Die Teilstücke lässt man an den gewünschten Stellen im Beet ein.

 

Wie wird Schnittlauch überwintert?

Schnittlauch ist eine winterharte Pflanze, der selbst strenge Fröste nichts anhaben können. Den Winter verbringt sie ohne Probleme im freien Beet. Beabsichtigt man eine frühe Ernte im März, kann Schnittlauch angetrieben werden. Bei einer Teilung im Herbst, werden einige Teilstücke in Töpfe gepflanzt. Die Schnittlauchtöpfe versenkt man zunächst im Boden. Sie verbleiben dort bis Mitte Januar oder Februar. Dann werden sie herausgezogen und ins Haus genommen. Auf der warmen Fensterbank treiben die Töpfe bereits nach kurzer Zeit und ermöglichen eine erste Schnittlauchernte im März.

Zwiebeln, zu denen auch Schnittlauch gehört, leiden gelegentlich unter Rostpilzen. Sie zeigen sich durch orangefarbene runde Flecken an den Blättern. Leider steht man ihnen man weitestgehend machtlos gegenüber. Prophylaktisch lohnt der Einsatz von Pflanzenstärkungsmitteln, beispielsweise Ackerschachtelhalmbrühe im Frühling.

 

Welche Verwendung hat Schnittlauch?

Schnittlauch gehört neben Petersilie zur Grundausstattung eines jeden Kräutergartens. Ob im Topf oder ausgepflanzt, wächst Schnittlauch in der Regel problemlos. In der Küche schmecken gehackte Blätter zu Kartoffeln, Quark oder Eiern. Als würzige Zutat verfeinert Schnittlauch Suppen, Salate und Soßen. Die Blüten sind nicht weniger geschmackvoll. Optisch erregen sie Erstaunen auf dem Salatteller. Medizinisch war Schnittlauch bereits den Römern bekannt. Als Heilpflanze wurde er bei Sonnenbrand, Halsschmerzen oder zur Blutdruckregulierung empfohlen. Gesund ist Schnittlauch bis heute, denn als Inhaltsstoffe sind verschiedene Vitamine, Ballast- und Mineralstoffe, sowie Schwefelverbindungen nachgewiesen.

 

Wie erntet man Schnittlauch?

Schnittlauch lässt sich bis auf den Winter rund ums Jahr ernten. Wenn die Blätter mindestens 15 cm lang und weich sind, werden sie mit einer Schere wenige Zentimeter über dem Boden abgeschnitten. Die Blätter werden durchgeputzt und gereinigt. Für die weitere Verarbeitung empfiehlt es sich, das röhrige Laub in kleine Stücke zu schneiden. Im Kühlschrank hält geernteter Schnittlauch maximal 3 Tage. Seine Frische bleibt erhalten, wenn die Blätter vorübergehend in ein Wasserglas gestellt werden.

 

Kann man Schnittlauch einfrieren?

Um Schnittlauch zu konservieren, werden die kleingehackten Stücke eingefroren. Hierzu nimmt man entweder Gefrierbeutel, Dosen oder füllt sie in Eiswürfelformen.

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